Vielfalt in Israel #1: der jüdische Jesuit David Neuhaus

Vikar für die Hebräisch sprechenden Katholiken Pater David Neuhaus, SJ

Pater David Neuhaus, SJ / Vikar für die Hebräisch sprechenden Katholiken / copyright: Lateinisches Patriarchat von Jerusalem

„Ich bin Jude. Ich habe eine jüdische Mutter und einen jüdischen Vater. Meine ganze Familie ist jüdisch. Das verbindet mich in einer anderen Weise mit dem jüdischen Volk als zum Beispiel jemanden, der nicht jüdisch ist, aber in einer gemischt katholisch-jüdischen Ehe lebt. Aber wir sind alle gleich; dies ist keine katholische Gemeinde nur für Juden – und alle anderen sind zweiter Klasse. Jüdisch oder nicht – wir gehören zu einer Kirche.“

Zitat David Neuhaus. Der Mann versteht sich als jüdisch und ist katholischer Priester.

Ihn und seine Arbeit habe ich porträtiert im Deutschlandfunk. Und zwar in der Sendung „Tag für Tag. Aus Religion und Gesellschaft“. Das Porträt ist Teil dieser vierteiligen Serie:

Die Vielfalt religiösen Lebens in Israel

Der Staat Israel ist ein jüdischer Staat. Wesentliche religiöse Institutionen sind Staatsorgane. Wichtige Lebensbereiche werden von ihnen verwaltet. Eine Staatskirche oder eine „offizielle“ Religion gibt es in Israel allerdings nicht. Rund 75 Prozent der fast acht Millionen Einwohner Israels sind Juden, 17 Prozent Muslime und nur 2 Prozent Christen.

In einer Serie stellt „Tag für Tag“ religiöse Gruppierungen vor, die weniger bekannt sind, die nicht durch extreme Positionen auf sich aufmerksam machen, aber gerade deshalb die große Vielfalt religiösen Lebens in Israel widerspiegeln.

 

copyright: Andreas Main

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Die vier Teile der Serie:

15.9.2014 Die Hebräisch sprechenden Katholiken in Israel: Porträt einer Gemeinde, die einzigartig ist in der Kirchengeschichte.

Wer in Israel unterwegs ist und nach Antworten sucht, wird oft verwirrt. Meist kehrt man mit noch mehr Fragen zurück. Auch was die Vielfalt religiösen Lebens betrifft. Da gibt es zum Beispiel eine christliche Gemeinde, die römisch-katholisch ist und hebräisch spricht – sowohl im Gottesdienst als auch im Gemeindeleben. Ich habe in Jerusalem an einigen dieser Gottesdienste teilgenommen und mit jenem Ordensmann gesprochen, der für alle Hebräisch sprechenden Katholiken der Region zuständig ist.

Hier lässt sich der Beitrag immer nachlesen und ein halbes Jahr lang nachhören.

Wer ihn später hören will, kann das hier tun.

 

Und noch zwei Original-Zitate von David Neuhaus, die es in sich haben:

„The real ecumenical divide in our country is not the confessional one. Orthodox, catholic, protestant and eastern Christians who are palestinian arab feel as if they are one. They do not care who is orthodox, who is catholic, who is protestant – they feel one church. The real divide is along the political lines. In other words: Are you palestinian arab? Or are you pro-Israel? This is the real divide that cuts through all the churches – the orthodox church is divided by that divide, the catholic church is divided by that divide, the protestants are divided by that divide.“

 

„I think that we are aware of who is who. We have some who are jewish and among those some who are jewish is myself. I am a Jew. I have a mother who is jewish, I have a father who is jewish, I have a brother who is jewish. My entire family is jewish. That implicates me in the world of the jewish people in a very different way than somebody who is not jewish, but is intermarried with Jews. And we have many people who have married Jews. Or somebody who has chosen from their own free will to live here associated with Jews. Or somebody who did not choose, but was simply born here and grew up here and has spent his whole life here living socially and culturally integrated with Jews. So, we have many different situations. And each situation has its own challenges and questions that arise. But no one is privileged. It’s not that this community is for Jews and everyone else is second-class. We are all members of one church.“

 

copyright: Andreas Main

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Am 16.9.2014 geht es weiter mit dem zweiten Teil der Serie.

Hier geht es zum Live-Stream.

 

16.9.2014 „Die Synagoge prostituiert sich“: Warum orthodoxe Juden Religion und Staat in Israel stärker trennen wollen. Ein Gespräch mit Gershom Gorenberg

17.9.2014 Weltliche Talmud-Schulen: In Israel wächst eine Bewegung, die auch Nicht-Religiösen jüdische Werte und Traditionen vermitteln will.

18.9.2014 „Gott will diese Vielfalt“: Der israelische Rabbiner David Rosen und sein interreligiöses Engagement.

 

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