Seit meiner Israel-Reise esse ich weniger Fleisch.

Zwei Rabbiner sind schuld, dass ich mich beim Fleischkonsum zurückhalte: Yonatan Neril und David Rosen. Die beiden habe ich in Jerusalem getroffen und mit dem einen über sein „Interfaith Center for sustainable development“ gesprochen – und mit dem anderen über veganes und vegetarisches Leben.

IMG_5920Fünf Prozent der Israelis leben vegan, acht Prozent vegetarisch. Das haben jüngste Umfragen ergeben. Eine von acht Million Israelis isst also kein Fleisch. Dieser Trend ist vor allem in der säkularen israelischen Gesellschaft zu beobachten, aber auch unter „religious Jews“ bricht diese Debatte massiv auf. Befördert zum Beispiel von Rabbiner David Rosen. Den muss man sich nun nicht als Hippie vorstellen. Ganz im Gegenteil. Er trägt einen gepflegten gestutzten Bart; er trägt Krawatte im Büro, was in Israel, das sehr, sehr auf casual setzt, nicht eben verbreitet ist; er ist ein hochrangiger Rabbiner beim American Jewish Committee. Genau dieser Mann ist engagierter Öko. Allerdings nicht im parteipolitischen Sinne. Ich – als Teil des Klischeegewerbes – hätte von diesem Mann nie erwartet, dass der sich 100 % vegetarisch ernährt.

Copyright: Andreas Main

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Es sind wohl diese Geschichten, die ich erzählen möchte: von Menschen, die nicht in unsere Israel-Schubladen passen. Israel ist so viel bunter und überraschender als das Bild, das uns Korrespondenten zeichnen. Das mache ich denen noch nicht mal zum Vorwurf. Das ist ja ein Wechselverhältnis. Die würden auch gern mal was anderes machen als Konflikt, Konflikt, Konflikt. Zumindest einige. Ich jedenfalls will Geschichten erzählen, die womöglich ein wenig überraschen oder gar verwirren – egal ob es Popkultur- oder Religionsthemen sind.

Copyright: Andreas Main

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Heute lief ein weiterer Beitrag, der hoffentlich diesem Anspruch gerecht wird, in der Sendung „Tag für Tag. Aus Religion und Gesellschaft“:

„Ökos“ im Judentum:

 

Grüne Rabbis  setzen sich für Vegetarismus und Umweltprojekte ein.

Vielleicht sollte ich auf das folgende Foto verzichten, weil es die vegetarische Wohlfühlatmosphäre dieses Posts zerstört. Aber das ist auch Israel, genauer Tel Aviv. So werden in den Hinterhöfen des wunderbaren Karmel Markts Fleischreste verwahrt.

Wohl noch ein Grund, es meinen Rabbis halbwegs konsequent nachzutun.

Das kann es nicht sein. Copyright: Andreas Main

Das kann es nicht sein. Copyright: Andreas Main

 

 

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  1. Pingback: Vielfalt in Israel #4: David Rosen | Andreas Main

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