Christliche Palästinenser drängen in die israelische Armee

Tel Aviv ist FlipFlops und kurze Hose. Jerusalem ist Sneakers und lange Hose. Tel Aviv ist Pop; Jerusalem ist Religion. Okay, ich bin im Klischee-Gewerbe. Aber am Ende des Tages ist an diesem Tweet von mir was dran.

Israel bietet für mich alles, was mir wichtig ist in meinem Leben und in meiner Arbeit: Religion und Popkultur, Jerusalem und Tel Aviv.

Ich schwelge im Material, das ich mitgebracht habe aus Israel für Radiogeschichten. Langsam aber sicher arbeite ich alles ab. Ich beginne mit Jerusalem und der Religion; am 3. Oktober kommt dann ein einstündiges Tel-Aviv-Porträt im Deutschlandfunk.

Heute lief bei „Tag für Tag. Aus Religion und Gesellschaft“ im Deutschlandfunk mein Beitrag „Mehr christliche Araber leisten Wehrdienst in der IDF“, der hier nachzulesen und ein halbes Jahr lang nachzuhören ist.  Oder auch weiter unten. Da habe ich das Audio für die Ewigkeit hochgeladen.

Vor dem Hören am besten meinen Anmoderationsvorschlag lesen. Denn unterkomplex ist das Thema nicht unbedingt.

Rund 20 Prozent der Israelis sind Araber, etwa 1,7 Millionen. Viele der arabischen Israelis verstehen sich als Palästinenser. Von denen sind 90 % Muslime, 10 Prozent Christen. Sie sind nicht verpflichtet, Wehrdienst zu leisten. Sie können es aber freiwillig tun. Bisher hat das kaum jemand gewollt. Denn wer will schon als israelischer Palästinenser im Ernstfall in Hebron im Westjordanland auf Palästinenser schießen? Und doch: Die Zahl hat sich in den vergangenen zwei Jahren verdreifacht. Noch auf niedrigem Niveau. Aber immerhin. In Israel ist eine Debatte entbrannt rund um die Frage: Was tun, wenn arabische Israelis dienen wollen? Christliche und jüdische Kritiker schlagen Alarm:

 

copyright: Andreas Main

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Ich habe gesprochen mit:

David Rosen, er ist Rabbiner und  International Director für interreligiöse Beziehungen beim American Jewish Comittee.

Gershom Gorenberg, er ist Autor. Seine Bücher „The Unmaking of Israel“ und „The Accidental Empire“ begleiten mich seit rund 18 Monaten, wiewohl ich nicht jeden Argumentationsstrang teile. Hochinteressante Bücher!

David Neuhaus, er leitet das Vikariat für die Hebräisch sprechenden Katholiken im Heiligen Land. Er ist Jesuit und Jude. Ein jüdisch-katholischer Ordensmann. Wer beim Hören drüber stolpert: Das stimmt. Neuhaus versteht sich nicht nur selbst so; auch aus jüdischer Perspektive bleibt er immer jüdisch; er hat nun mal eine jüdische Mutter; aus dem Judentum trittst Du nicht aus. Er ist als junger Mann katholisch geworden.

Ofer Zalzberg, er ist Politikberater bei der International Crisis Group.

Passende Bilder zum Thema habe ich eigentlich nicht. Aber ein Blogpost ohne Bilder? Verzeiht mir.

copyright: Andreas Main

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