Presseausweise fallen nicht vom Himmel: Die Nahostreise des Papstes

Es ist ein bisschen wie autofreier Samstag. In meinem Viertel Nachlaot in Jerusalem ist es noch ruhiger als sonst. Und drumherum auch eine unglaubliche Ruhe. Eigentlich dürfte ich den Rechner ja gar nicht anmachen. Aber ich kann nicht noch länger damit warten, dass ich drauf hinweise, dass ich mich gestern in der Sendung „Tag für Tag. Aus Religion und Gesellschaft“ im Deutschlandfunk zum Papstbesuch geäußert habe. Mittlerweile sind fast 30 Stunden verstrichen und Franziskus schon längst im Land.

Aber vielleicht interessiert dies ja den und die eine oder anderen:

 

(Politische) Befreiungs-Theologie oder nationalistisches Christentum?

(Politische) Befreiungs-Theologie oder nationalistisches Christentum?

Noch ein bisschen Making-of:

Ich mache selten Großereignisse, habe somit wenig Erfahrung, wie so was abgeht. Ich weiß auch nicht, ob das am Nahen Osten liegt oder Großereignissen immanent ist – auf jeden Fall habe ich mich köstlich amüsiert.

Es gab selbstverständlich drei Akkreditierungsverfahren – einmal Jordanien, dann Palästinensische Autonomiegebiete und Israel.

Bei den Palästinensern war die Abgabefrist am 16.4.2014, also vor mehr als sechs Wochen. Ich hätte das fast verpasst.

Zeigt schon, wer hier der Herr im Haus ist.

Zeigt schon, wer hier der Herr im Haus ist.

Bei den Israelis war das Verfahren auch lustig: Beim Abdrücken der 10 Shekel Bearbeitungsgebühr funktionierte wenig. Dann schrieb eine nette Mitarbeiterin aus Jersualem, man möge einfach die 18 als Passwort nehmen.

Von beiden Seiten habe ich dann nichts mehr gehört.

Auf den letzten Drücker kam die Email aus Ramallah, dass es zwei zweistündige Zeitfenster gibt, um den Presseausweis in Ramallah oder Bethlehem abzuholen.

In Jerusalem wurde einem erklärt, man könne das Teil in einem Technologiepark abholen, wo das Government Press Office residiert.

Bei denen war ich zuerst. Das hat mich einen Vormittag gekostet. Die Dame war köstlich. Gott sei mit mir, meinte sie. Denn eigentlich wären die kompletten Presseausweise schon im Pressezentrum. Dann allerdings hätten wir den Fehler nicht mehr korrigieren können, den ich fand, nachdem sie mich ums Gegenchecken bat. Falsche Reisepassnummer. Ich bekam einen neuen angefertigt.

Presseausweis Israel

Die Anreise nach Bethlehem dauert auch. Herzliche Begrüßung an der Pforte der Bürgermeisterin. Dann werden alle Presseausweise auf einem Tisch verteilt.

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Es dürften einige hundert sein, denn nach Angaben des Pressesprechers des Präsidenten haben sich 1.000 Journalisten akkreditiert. Ich finde mich:

 

 

 

 

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Ich war das letzte Mal im Jahr 1995 in Bethlehem. Dass die Christen auswandern, ist offensichtlich. Es sind viel weniger nicht verschleierte Frauen als einst.

Copyright: Andreas Main

Copyright: Andreas Main

 

Nichtsdestotrotz: Ich will da morgen früh rein. Das wäre meine erste Papstmesse. Es gibt zwar im Pressezentrum die Möglichkeit, das auch an Bildschirmen zu verfolgen. Aber mir erscheint das authentischer – und vor allem nach all der Vorarbeit, die addiert deutlich mehr als einen Arbeitstag gekostet hat. Auch das ist Journalismus. Mal so als Tipp für die, die „auch was mit Medien machen wollen“.

 

 

 

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