Der Maler Peter Dreher: „Ich liebe die Ich-Losigkeit“

Ich wäre gern ein bisschen so wie Peter Dreher, habe es aber bisher nicht in Ansätzen geschafft, so gelassen zu sein, so in mir zu ruhen wie dieser Maler. Ich rege mich immer noch auf über rücksichtslose Nachbarn, über etatistisches Denken in dem Land, dessen Pass ich habe, über handlungsunfähige sogenannte Bürgermeister in Kreuzberg, über desolate Fahrradwege in Köln. Die Liste ließe sich verlängern.

Der 1932 geborene Künstler Peter Dreher hingegen sagt mir gegenüber Sätze wie diese:

„Wenn ich die Gelegenheit habe, das Glas zu malen, dann ist das ein guter Tag für mich: wenn ich das Glas malen darf.“ Oder: „Ich liebe die Ich-Losigkeit.“ Und die findet er im Atelier: „Wenn ich mich da an meinen Arbeitsplatz setze und mir das Glas anschaue, dann habe ich ein Gefühl von Heimkehr zu mir selbst.“

Peter Dreher: Tag um Tag guter Tag

Copyright: Peter Dreher / Andreas Main

Wer mehr über Peter Dreher lesen will oder ihn hören will, kann das tun auf Deutschlandradio Kultur. Da lief heute im „Radiofeuilleton“ in der Reihe „Profil“ mein Peter-Dreher-Porträt.

Vielleicht noch ein paar Infos – vor dem Hören:

Peter Dreher ist eine große Nummer in der Kunstwelt. Es gibt keinen vergleichbaren Künstler, der sich in so großer Zahl immer wieder und so lange einem Objekt widmet: Peter Dreher malt seit mehr als 40 Jahren immer wieder ein Glas. So sind bis heute mehr 5.000 Bilder entstanden, auf denen immer wieder dasselbe zu sehen ist: ein Glas. Dreher ist ein Schüler des berühmten Expressionisten Erich Heckel; und er ist der Lehrer unter anderem von Anselm Kiefer. Anders als viele in diesem Fegefeuer der Eitelkeiten, das auch Kunstwelt genannt wird, entzieht er sich jeglichem Glamour, will einfach nur malen. Von daher ist er auch alles andere als ein Promi, aber doch hoch verehrt bei denen, die genauer hinschauen.

Hören geht auch hier, denn in einem halben Jahr darf DLR das Audio nicht mehr zur Verfügung stellen.

Peter Dreher: Tag um Tag guter Tag

Copyright: Peter Dreher / Andreas Main

Berlinern empfehle ich den Besuch in der Galerie Wagner + Partner am Strausberger Platz. Dort ist eines der ersten Glasbilder von Peter Dreher zu sehen sowie rund 30 Glasbilder aus den letzten Jahren. „PETER DREHER – „TAG UM TAG GUTER TAG“ (1974-2014)“ – noch bis zum 3. Mai 2014.

(Auf der Website der Galerie gibt es auch wesentlich bessere Fotos als die meinen.)

Ich beschäftige mich mit Peter Drehers Arbeit mittlerweile seit mehr als einem Jahr. Der Grund: Wir produzieren gerade in dieser Woche ein Feature für den Deutschlandfunk – und zwar in der Reihe „Freistil“. Wer mag, kann es sich schon mal in den Kalender schreiben.

‚Tag um Tag guter Tag – Die Wiederholung in den Künsten’ am 18.05.2014 20:05 – 21:00 Uhr im Deutschlandfunk, in der Sendung „Freistil„. Regie: Philippe Brühl. Einer der Sprecher: der Schauspieler Hans Peter Hallwachs.

Peter Dreher: Tag um Tag guter Tag

Copyright: Peter Dreher / Andreas Main

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