Haredim und die Gevald – die geheimnisvolle Welt der israelischen Ultraorthodoxen.

Ultraorthodoxe Juden in Israel – sie stellen rund zehn Prozent der rund acht Millionen Israelis. Ihr Kampf für eine streng religiöse Welt lässt sie in den Augen der weltlichen Israelis wie eine große, bedrohliche Gruppe erscheinen.

In der Tradition osteuropäischer Juden tragen israelische Haredim zumeist lange Mäntel und schwarze Hüte. Sie tun alles, um sich von ihrer Umwelt abzuschotten. Sie wollen ihr religiöses Erbe und ihre traditionellen Lebens­formen gegen die Einflüsse der modernen Welt schützen – das heißt auch und vor allem gegen den Staat Israel. Viele von ihnen verweigern deshalb jegliche Kooperation, arbeiten nicht und leisten keinen Militärdienst. Sie sprechen oftmals Jiddisch, um die Sprache der Bibel, das Hebräische, nicht durch den säkularen Schmutz zu ziehen. Wenn sie demonstrieren gehen gegen den Staat Israel, der sie fördert, dann reden sie Jiddisch. Und sie schreien „Gevald“, was aber nichts mit Gewalt zu tun hat, sondern Katastrophe bedeutet.

Haredim / Ultraorthodoxe in Israel (copyright: Andreas Main)

Haredim / Ultraorthodoxe in Israel (copyright: Andreas Main)

Eine Gruppe israelischer Filmemacher  gibt seltenen Einblick in diese verborgene Welt. Sie haben drei Dokumentarfilme vorgelegt, quasi eine Trilogie. Die israelischen Dokumentarfilmer zeigen die Widersprüche im keineswegs monolithischen Haredim-Milieu. Einer von ihnen ist Itai Ken-Tor. Den haben wir in Jerusalem getroffen. Und auch eine seiner Heldinnen: Rachel Chalkowsky, auch „Bambi“ genannt.

Das war während unserer Israel-Reise getroffen (Bundeszentrale für politische Bildung, Mai 2013) – eine Reise, die mich tief beeindruckt hat. Seitdem hat mich die ultraortho­doxe Welt nicht ganz los gelassen. Und es fällt einfach auf: Filme über die Haredim, wie Ultraorthoxe sich selbst oft nennen, haben zurzeit Konjunktur  in der deutschen Kultur- und Medien­landschaft. Auch im Deutschlandfunk. Mein Beitrag lief in der Sendung „Tag für Tag. Aus Religion und Gesellschaft“. Hier lässt er sich nachlesen.

Und hier nachhören:

 

 

„Haredim“, diese Trilogie von Itai Ken-Tor, um die es in meinem Radiostück hauptsächlich geht, insgesamt 270 Minuten, hat der SWR zu einem Einteiler zusammengefasst. Und zwar unter dem Titel „Gott bewahre“. Ich kann diese 90 Minuten sehr empfehlen. Ist zu finden im Internet auf YouTube zum Beispiel.

(Ach, muss ich jetzt verstehen, warum da nur ein schwarzer Bildschirm zu sehen ist? Egal. Da kommt was, wenn Ihr drauf klickt.)

( Und wie das da rein kommt, weiß ich auch nicht. Auch nicht, ob der Uploadende das legal gemacht hat. Aber ich dürfte wohl auf der sicheren Seite sein, wenn ich nur den Tipp gebe. Und ich hoffe natürlich, dass das nicht dazu führt, dass das Ganze entfernt wird und da künftig zu lesen ist: „Dieses Video ist leider in diesem Land nicht verfügbar.“)

Haredim / Ultraorthodoxe in Israel (copyright: Andreas Main)

Haredim / Ultraorthodoxe in Israel (copyright: Andreas Main)

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