Der Glaube im Parteiprogramm: die kleinen Fraktionen im Bundestag.

Offenbar hängen auch in Nordrhein-Westfalen Plakate des Tenors: Religion ist Privatsache. Ich kann das gerade nicht überprüfen, weil in Berlin. Aber seit die Piraten auf dem Markt sind, tauchen immer öfter Forderungen auf, Kirche und Staat resp. Religionsgemeinschaften und Staat voneinander zu trennen. Das ist nicht ganz neu. Ich kann mich noch erinnern, wie sich meine Eltern in den 70er Jahren über die FDP erregten, als diese selbiges forderten. Auch in der SPD gibt es Laizisten. Die wollten einen SPD-Arbeitskreis gründen. Das wurde ihnen aber verwehrt seitens der Parteispitze. Jetzt nennen sie sich „Laizistische Sozis“. Bei den Grünen ist es ähnlich diffus. Da gibt es einerseits jene, die Kirchenämter haben, und andererseits jenes grauhaarige MdB, das Kirchenbashing mit Islam-PR verbindet, um auch noch in der 23.ten Legislaturperiode mit dem Rad vor laufenden Kameras vorfahren zu können.

Egal. Ich will für keine Seite Position beziehen. (Auch nicht für die Piraten, die allerdings dafür loben muss, dass sie ihre Plakate zum freien Download anbieten, ohne mit dem Abmahnanwalt zu drohen, was diese Seite etwas bunter macht.) Ich will einfach nur darstellen, worüber debattiert wird. Denn die Debatte läuft quer durch alle Fraktionen und Parteien. Und das ist wohl auch gut so. Und so kann es passieren, dass Männer, die unterschiedlicher nicht sein können, an bestimmten Punkten ähnliche Positionen haben. (Zumindest zwei von ihnen äußern große Sympathien für US-amerikanische Verhältnisse.)

Ich hatte jedenfalls jeweils eine halbe Stunde intensive Gespräche mit den Bundestagsabgeordneten Christian Lindner, Raju Sharma und Josef Winkler. Also FDP, Linke und Grüne. Und wenn es oft so ist, dass mich Politik in Form von Talkshow-Gewese langweilt, die Begegnung mit diesen Volksvertretern hat mich jeweils positiv gestimmt, auch wenn ich nicht alle Positionen teile.

Einer der drei sagt: Die Laizismus-Debatte sei eine rein virtuelle Debatte. Wir sollten uns um wichtigere Fragen kümmern als um das Verhältnis des Staates zu den Religionsgemeinschaften. Er mag recht haben, dass es eh keine Mehrheit gibt für Grundgesetzänderungen in die eine oder andere Richtung. Aber manchmal sind virtuelle Debatten ja auch spannend. Geht mir zumindest so.

Ich habe mich im Deutschlandfunk bei „Tag für Tag. Aus Religion und Gesellschaft“ am 9.5.2012 dazu geäußert.  Hier nachzulesen.

Und hier zu hören:

Raju Sharma von den ‚Linken‘ hat den Beitrag schon getwittert.

Und ich bin nun wahrlich nicht so oft auf den Seiten dieser Partei unterwegs, habe also keine validen Zahlen; dennoch behaupte ich mal, dass die Website eines sozialistischen Politiker selten so fromm aussah:

Mal schauen, ob FDP und Grüne noch nachlegen.

Ja, da ist noch was gekommen. Und zwar zeitnah. Deshalb mein Nachtrag:

Womit entweder belegt wäre, dass grüne und linke MdBs besser sind im Twittern oder dass Christian Lindner momentan mehr zu tun hat und andere Prioritäten setzt.

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Eine Antwort zu Der Glaube im Parteiprogramm: die kleinen Fraktionen im Bundestag.

  1. Muriel schreibt:

    Ich behaupte mal freihändig, dass es keine Frage gibt, die so wichtig wäre, dass man sie diskutieren könnte, ohne dass jemand darauf hinweisen könnte, dass es viel wichtigere Fragen gebe.
    Außerdem können Abgeordnete, solange sie über Themen diskutieren, zu denen eh keine Mehrheit gebildet werden kann, immerhin keinen Schaden anrichten.
    Es spricht in meinen Augen deshalb alles dafür, diese Diskussion zu vertiefen, obwohl ich zugeben muss, dass ich nicht erkenne, was es da eigentlich zu diskutieren gibt.

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