Eine Verbeugung vor dem Huhn: Sillysparrowness und Werner Herzog

Schrödingers Katze, der TARDIS, Hühner und das Gymnasium – das sind die Themen von Sillysparrowness. Das ist ein YouTube-Channel, ein Videoblog einer bayerischen Gymnasiallehrerin. Und da beginnt für mich die Geschichte. Sie ist nun wahrlich das Gegenteil vom Klischee-Blogger: Sie ist kein Mann, sie sitzt nicht in Kreuzberger Cafés, und sie verdient Geld.

Sie bloggt auf englisch – und das eine oder andere ihrer Stücke ist öfter als 200.000 mal, insgesamt sind ihre Videos mehr als eine halbe Million mal gesehen worden. Sillysparrowness hat mehr als 9.000 Abonnenten. Ich bin einer von ihnen. Denn es macht so viel Freude, ihr zuzusehen.

Das könnte ein Einstieg sein:

Was den Erfolg von Sillysparrowness noch erstaunlicher macht: Das sind keine kleinen Häppchen, sondern es braucht – obwohl extrem kurzweilig – eine erhebliche Aufmerksamkeitsspanne, um ihr zu folgen. Ihr erfolgreichstes Video ist fast 20 Minuten lang:

Also: Sillysparrowness mag Dr. Who, baut eigenhändig ein Tardis, hält „Schroedingers Katze“ für the worst metaphor ever, hegt ein ambivalentes Verhältnis zur Schule und hat einen Hang zu Hühnern. Und es gibt Zeitgenossen, die sagen: „Jeder ihrer Abonnenten will sie heiraten.“

Deshalb ein letztes noch, weil es so schön ist:

Sillysparrowness hat auch ein ausgeprägtes Selbstbewusstsein. Sie nimmt es mit Werner Herzog auf, der sich ebenso wie sie mit Hühnern beschäftigt.

Sillysparrowness schreibt über Werner Herzog:

„He’s like most peole. Doesn’t know chickens. Main reason why this world needs me to make a chicken video. Several, actually. Coming up in late spring, most likely.“

Also, in großer Vorfreude erwarte ich die Hühner-Videos. Vorher aber bin ich zuversichtlich, dass es klappt: Für die Sendung „Corso. Kultur nach drei“ habe ich Simplysparrowness in den Deutschlandfunk eingeladen. Sie ist am Dienstag, 21-02-2012, nach 15 h zu hören. Danach lässt sich das Gespräch hier nachhören.

Nachtrag: Es hat geklappt. Dies ist der direkte Weg – zumindest so lange es dem DLF erlaubt ist, das aod anzubieten.

Damit bin ich (meines Wissens) der erste, der die videobloggende Gymnasiallehrerin Sillysparrowness in die „alten Medien“ holt. Und das bei einem Phänomen, das im Netz derartig einschlägt! Als wären das hierzulande immer noch Paralleluniversen: hier Radio, Zeitung, Fernsehen, dort das Netz und seine YouTube-Channels, Blogs, etc.

Dass ich auf sie aufmerksam wurde, habe ich mal wieder Tondatei und dem Hablizel zu verdanken.

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4 Antworten zu Eine Verbeugung vor dem Huhn: Sillysparrowness und Werner Herzog

  1. sillysparrowness schreibt:

    Na, na, da muss ich jetzt aber nachsetzen. Mir nachzusagen, ich würde es mit Werner Herzog aufnehmen wollen, nur weil mal jemand auf facebook das Werner Herzog-Video verlinkt und mich nach meiner Meinung gefragt hat und ich, weil ich es so peinlich fand, dass ich gar nicht wusste, wie ich reagieren soll, mich darauf beschränkt habe, recht lapidar und obendrein mit ironischem Unterton meine Hühnervideos anzukündigen… Ich denke nämlich durchaus nicht, dass die Welt meine Hühnervideos braucht, auch wenn sie Werner Herzog vielleicht nicht schaden könnten. Hühner sind sicher nicht das Intelligenteste, was so rumläuft und funktionieren im Wesentlichen instinktgesteuert – mein Gott, das sind halt Tiere! Da muss ich mich doch nicht daran aufgeilen, dass so ein Huhn dümmer ist als ich und mich darüber beömmeln, dass man Hühner hypnotisieren kann. Stell mich etwa hin und feixe: „Hey, es gibt Hunde, die Kot fressen! Haha, wie dumm!“? Abgesehen davon bezweifle ich stark, dass Werner Herzog jemals irgendetwas in den Augen eines Huhnes gesehen hat, mal abgesehen von dem, was er sehen wollte. Hühner drücken wesentlich mehr mit Mimik, Hautfarbe und Körperhaltung aus als mit ihrem Blick.

    Und die Tardis ist übrigens weiblich. 🙂

  2. andreasmain schreibt:

    Oh, wie konnte ich ich das Huhn bei Sillysparrowness mit dem Huhn bei Werner Herzog in Beziehung setzen. Wie heißt es so schön in „The Huffington Post“ vom 8.2.2012: „If ever KFC/Chick-Fil-A/McDonalds need a spokesman, they’d be SO LUCKY to get Werner Herzog.“ Im Übrigen zoome ich gerade dieses Vimeo-Video immer wieder auf und frage mich: Was hat der Hund im Maul? Und was sehe ich in den Augen von Werner Herzog, wenn ich lange in sie hineinschaue? Stupidity?

    Auf jeden Fall scheine ich beim Chicken in ein Fettnäpfchen getreten zu sein. Dabei wollte ich doch eigentlich nur sagen, dass mich die Videos von Simplysparrowness hypnotisieren. Dummerweise habe ich Simplysparrowness und Werner Herzog in Beziehung gesetzt. Das mit dem „ironischem Unterton“ hat leider nicht geklappt.

    Was aber ganz ironiefrei stimmt: Ich habe von das Huhn so viel Ahnung wie von das TARDIS. Deswegen braucht es TARDIS-Videos und Hühnervideos von Simplysparrowness! Wenn es aber keine Hühnervideos geben sollte, dann gucke ich halt Metaphor-Videos oder was auch immer.

    Friede ! Und Gruß an die tardis 😉

  3. Jochen schreibt:

    Vielen Dank, dass sie sillysparrowness im Dlf vorgestellt haben. Es hat mich so neugierig gemacht, dass ich trotz Grippe das Tablet zur Hand genommen, mir einige Videos angeschaut habe und auch noch hier gelandet bin.

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