Regiert Gott Amerika? Oder: Gott regiert Amerika!

In der „Studiozeit. Aus Religion und Gesellschaft“ im Deutschlandfunk habe ich mich am 18.01.2012 zu diesem Thema ausgelassen:

Eine säkulare Verfassung und ein lebendiges religiöses Leben – zum Verhältnis von Staat und Religion in den Vereinigten Staaten

Über meine Splashseite bei About.me haben mich diverse Anfragen erreicht, warum der Deutschlandfunk keinen Podcast von dieser Sendung zur Verfügung stellt und ob ich helfen könne. Zur ersten Frage kann ich nur sagen, dass das keine Bösartigkeit des Senders ist, für den ich bevorzugt arbeite, sondern dem Urheberrecht geschuldet. Zum zweiten Teil der Frage: Ich kann. So wie wir früher Musik-Kassetten auf Cassetten-Recordern für Freunde aufnahmen. Upload und download, teilen, peer to peer – das dürfte legal sein.

Die Sendung basierte auf meiner Reise an die Duke University vor fast einem Jahr. Meine Gespräche mit Religionswissenschaftlern und Theologen vor dem Hintergrund des US-Wahlkampfes jetzt noch mal zu durchdenken, brachte mir persönlich einigen Erkenntnisgewinn.

Da es in diesem Blog kein Audio dieser Sendung geben wird, weil mir das juristisch zu heiß ist, obwohl technisch möglich, werde ich ein paar zentrale Thesen in schriftlicher Form zum Nachlesen anbieten. Wiederum nicht das ganze Manuskript. Denn das gehört wohl dem Deutschlandfunk. Jeder kann es bekommen via Hörerservice.

Was es in dieser Sendung gab:

Zum Beispiel Zitate aus Matthias Rüb: Gott regiert Amerika.

„Wer sich auf eine Reise durch das vitale und bunte religiöse Leben der USA begibt, bekommt Höhen wie Tiefen zu sehen; begegnet dem Erhabenen wie dem Skurrilen; darf vollkommene Stille erleben und muss ohrenbetäubenden Lärm erleiden.“

Oder Auszüge aus einem langen Interview mit Stephen Prothero. Er ist Professor für Religionswissenschaft an der Boston University. Als ich in Duke war, hielt er dort auch einen Vortrag und ich las eines seiner Bücher. Aber wir haben uns verpasst. Und so bin ich ihm hinter her gereist. Er lebt in oder auf Cape Cod in einem kleinen Haus direkt am Meer. Prothero ist einer der bekanntesten Religionsexperten des Landes – regelmäßig als Autor und Gesprächspartner präsent, vor allem in den seriösen Medien des Landes.

„We have not made the kind of connection between church and state that have gotten people so angry at the church in so much of Europe, right? If you have a revolution in France and the church is on the side of the Ancien Regime then when that regime goes down the church is in trouble. And that happened in the US with the Anglicans. The Anglicans backed the British. And their numbers plummeded after the American Revolution. But because we separated out church and state, government and politics to some extend it is allowed religion to thrive as different political parties have come into power.“

Ich habe das so übersetzt:

„Wir haben nicht diese Verquickung von Kirche und Staat. Die hat vor 200 Jahren auch die Europäer ausgesprochen wütend gemacht. Wenn es zu einer Revolution kommt wie etwa der Französischen, und die Kirche steht dann auf der Seite des Ancien Regime, dann hat die Kirche ein Problem, wenn das Regime zusammen bricht. Genau das ist auch der anglikanischen Kirche in den USA passiert. Sie hat die Briten unterstützt. Daraufhin haben wir Religion und Politik, Kirche und Staat bis zu einem bestimmten Grad getrennt; und so konnten Religionsgemeinschaften sowie politische Parteien sich unabhängig voneinander entwickeln.“

1.200 Kilometer weiter südlich in Durham in North Carolina. Kalman Bland hat sich besonders viel Zeit für mich genommen. Wir haben erst im Cafe neben der Bibliothek eine Stunde lang geredet über Gott und die Welt – und dann eine Stunde in seinem Büro. Kalman Bland ist Professor im Religion Department der Duke University. Duke ist eine der zehn besten US-Universitäten – eine Privat-Uni mit Nähe zur methodistischen Kirche.

Das nicht-kirchliche, religionswissenschaftliche Institut an Duke ist eines der bedeutendsten des Landes, sagt nicht nur Kalman Bland. Der Religionswissenschaftler ist Experte für jüdische Religion im Mittelalter. Er bezeichnet sich selbst als einen nicht-praktizierenden Juden am linken Rand des politischen Spektrums.

That is one the ironies of American society: Although we have an official constitutional separation between church and state you would think that religion would evaporate. And for a long time a lot of people predicted that religion would disappear. But not in America. Maybe it is the separation of church and state in America – so there is no official one religion – though all religions can really florish. There is a growing secular or non-believing segment of the American population. The last polls by the Pew Foundation identified a growth of people who identify as non-believers and non-religious. About 15 or 16 % of Americans no longer identify themselves as religious. That still leaves about 85 % of the population which still takes the religion pretty seriously. But the non-participants is growing. Religion is florishing in America for both good and evil.“

So habe ich das übersetzt (Ich finde, dass Voiceovers nicht am Wortlaut kleben müssen. Sonst holpert das im gesprochenen Wort.):

„Das ist eine der Ironien der amerikanischen Gesellschaft: Wir haben offiziell in der Verfassung eine Trennung von Staat und Religion. Und jeder würde erwarten, dass Religion sich verflüchtigt. Viele Zeitgenossen haben auch genau das vorausgesagt: das Verschwinden von Religion. Aber ausgerechnet bei uns in Amerika, wo es keine offizielle Religion gibt, gedeihen die Religionen: vielleicht genau wegen der Trennung von Religion und Staat. Es gibt zwar eine größer werdende Gruppe von Menschen, die sich als säkular oder als nicht-gläubig bezeichnen. Es sind rund 15 % der Amerikaner. 85 % aber nehmen Religion ausgesprochen ernst. Auch wenn die Zahl jener wächst, die keiner Religionsgemeinschaft angehören, Religion blüht in Amerika. Zum Guten wie zum Bösen.“

Vom Büro des jüdischen Religionswissenschaftlers Kalman Bland sind es zu den Theologen, zur Divinity School, etwa 3 Minuten Fußweg. Intellektuell aber ist es eine Weltreise.

Ich treffe Reinhard Hütter. Er ist Professor für Systematische Theologie. Er hat sich auf Thomas von Aquin spezialisiert. Er lehrt seit mehr als zehn Jahren an der Duke University. Er war einst evangelisch, konvertierte dann zur katholischen Konfession. Er ist Laiendominikaner und bekennt sich als dezidiert konservatives Mitglied seiner Kirche. Er ist genauso offen und gesprächsbereit wie seine weniger konservativen Kollegen. Vielleicht ist es gerade diese zutiefst liberale (im besten Sinne des Wortes) Haltung, die mich beeindruckt hat an dieser Universität. Seine Position im Interview:

„Ursprünglich in der amerikanischen Verfassung hieß „Trennung von Staat und Kirche“ ja nur, dass der amerikanische Staat keine Staatsreligion unterstützt. Das war alles. Das ist auch noch das Verständnis vieler Amerikaner – auch wenn sich besonders im säkularen Bereich Amerikas ein anderes Verständnis eingeschlichen hat, eine andere Interpretation, die aber nicht die ursprüngliche ist. Also: Die USA unterstützen keine Staatsreligion wie in den Kolonien zuvor der Anglikanismus die Staatsreligion der englischen Kolonialherren und wie im französischen Bereich – Quebec und Lousiana – der Katholizismus die Staatsreligion waren. Das ist alles. Es ist ein Säkularismus, der sich ähnlich wie in Europa breit macht, der meint, dass eine freie Gesellschaft keine christliche Gesellschaft sein könne. Da liegt ein fundamentales Missverständnis vor.“

Zurück zu den Religionswissenschaftlern. Die Gebäude des Religion Departments und der Divinity School sind zwar miteinander verbunden, es gibt keine trennende Wand. Aber: virtuelle Wände.

Professor David Morgan:

„There are so many ways of interpreting the Constitution of the US: what exactly does the First Amendment mean regarding the separation of church and state. I think it is a mess – but it’s our mess. It is irresolvible. It would be a pity if resolved in favor of either. Nobody can claim priority. I think this is one of the good things of American legal system and founding political philosophy that no one should be able to claim sole possession of the soul of the nation. This would be a desaster, I think.

Die US-Verfassung lässt sich bezüglich der Trennung von Staat und Religion so und so deuten: Das ist extrem verzwickt – aber genau das macht unsere Identität aus  – und lässt sich nicht auflösen. Wenn sich einer der beiden rivalisierenden Deutungen durchsetzen würde, wäre das eine Katastrophe. Ich meine: Das ist eine der guten Seiten des amerikanischen Rechtssystems und unserer politischen Kultur: Niemand kann beanspruchen, allein die Seele der Nation zu verkörpern. Wenn das jemand proklamierte, wäre das ein Desaster.“

Das Thema des Seminars von David Morgan: „Religionsgemeinschaften in den Vereinigten Staaten“. Wie vielfältig das Land ist – auch in religiöser Hinsicht – das spiegelt sich auch in Morgans Studenten wider: Hier sind alle christlichen Denominationen wie auch Muslime und Juden vertreten. Einige Studenten haben asiatische Wurzeln. Wie die jungen Leute die Wechselwirkung von Religion und Gesellschaft in ihrem Land reflektieren – das beeindruckt mich bis heute. Die Debatte verläuft ruhig … aber engagiert; unaufgeregt … aber mit Elan. Gerade wenn ich das mit der hiesigen Situation vergleiche, in der alle Debatten über Religion damit enden, dass alle Schaum vor dem Mund haben.

Religionswissenschaftler in den USA sind gefragt. Sie verlassen regelmäßig ihren Elfenbeinturm, beziehen Position, ordnen ein. Stephen Prothero ist wahrscheinlich der bekannteste Religionswissenschaftler in den Staaten. Seine Bücher verkaufen sich gut. Mit „Religious Illiteracy“ hat er es auf die „New York Times Bestseller-Liste“ geschafft. Ich habe es in Duke angelesen, später in New York gekauft. Es liegt im Moment neben diesem Rechner. Prothero schreibt so, dass es auch Nicht-Mutter-Sprachler leicht verstehen können. „God is not One“ – sein jüngstes Werk habe ich geradezu verschlugen.

Prothero schreibt für große Zeitungen wie New York Times oder Washington Post. Er hat ein eigenes Blog auf CNN. Er tritt regelmäßig in seriösen Programmen auf – etwa bei National Public Radio. Und: Prothero lässt ich einladen in die Show des US-Fernsehkomikers, Stephen Colbert.

Prothero erreicht ein eher säkulares, intellektuelles Publikum. Und wie alle, die über Religion in den Vereinigten Staaten debattieren, kommt auch er immer wieder auf das First Amendment zu sprechen. In diesem zentralen Zusatzartikel zur US-Verfassung wurzelt alles. Darin heißt es wörtlich:

„Der Kongress darf kein Gesetz erlassen, das die Einführung einer Staatsreligion zum Gegenstand hat, die freie Religionsausübung verbietet, die Rede- oder Pressefreiheit oder das Recht des Volkes einschränkt, sich friedlich zu versammeln und die Regierung um Beseitigung von Missständen zu ersuchen.“

Prothero:

„In the First Amendment that is telling us to separate church and state but also to give religious freedom. And part of the freedom of expression of religion in America leads our politicians to talk about it and they are very much allowed to do that. But we are totally different from Europe. I mean, if you are in Germany and you say: I am this big christian guy and so elect me President people gonna say: What are you talking about? But in the United States you have to say that now. And it’s interesting: Because when John F. Kennedy ran for President in 1960 – he had to say: My catholicism will nothing whatever to do with anything I will do as President. He had to promise  that essentially his religion would not matter. Now Presidents have to say the opposite. They have to say: I am gonna pray before I make a big decision about going to war – and Americans want that. They want to have a president who is sort of seems like them religiously.

Das First Amendment fordert, Kirche und Staat zu separieren, zugleich aber religiöse Freiheit zu gewähren. Die freie Rede und die freie Religionsausübung, festgeschrieben in der Verfassung – dies führt auch dazu, dass Politiker in Amerika ausgesprochen gern über Religion reden. Da sind wir ganz anders als Europa. Also, wenn in Deutschland jemand sagt: Ich bin ein ganz großartiger Christ, wählt mich deshalb bitte zum Kanzler! Dann würden die Leute fragen: Was redet der da? Aber in den Vereinigten Staaten muss man das inzwischen sagen. Das ist wirklich spannend: Als John F. Kennedy Präsident werden wollte, da hat er zugesichert, sein Katholizismus werde seine Amtsführung nicht beeinflussen. Kennedy musste versprechen, dass seine Religion keine Rolle spielt. Heute müssen Präsidenten das Gegenteil behaupten. Die Amerikaner wollen einen Präsidenten, der ihnen ähnlich ist in religiösen Fragen.“


Prothero zur Forderung nach einer stärkeren Trennung von Religion und Staat:

„I would not fight for it because in the United States that would not be democratic. The Americans don’t want that. And we have a democratic society – and most Americans wanna have a little bit of religion in the public space. The most Americans don’t want to have to much. We get a little uneasy when we hear George Bush is making decisions about foreign policy based on the Bible. That makes us worried. But do we want our Presidents to pray before going to war? Yes, we do. Do we want them to go to church? Yes we do. We wanna have the sense that they have this idea of God who is a way in cohoots with the United States and in a way is looking out after us and you know there is a strong tradition of God is sort of favouring the United States. This is I think a problem in american history. We are used to have the Israelites to be the chosen people. Now Americans are the chosen people. I think that this has faded away a little bit. But anyway, a real strict separation of church and state I just dont think would be all that democratic here. We want a little bit of religion in the public space. When it gets too much we pull back, when it gets too little we start to say: Why have we become so secular? We are becoming like Germany. And we shouldn’t do that, you know. We try to have a middlepath between sort of strict separation and an established religion.

Ich kämpfe nicht für eine stärkere Trennung von Staat und Religion in den Vereinigten Staaten. Es wäre undemokratisch. Die meisten Amerikaner wollen das nicht, sie wünschen sich, dass Religion in der Gesellschaft eine bestimmte Rolle spielt. Wir werden zwar nervös, wenn wir hören, dass George Bush seine außenpolitischen Entscheidungen auf der Basis der Bibel fällt. Das irritiert uns. Aber wollen wir, dass unsere Präsidenten beten, bevor sie in den Krieg ziehen? Ja, auf jeden Fall. Wollen wir, dass sie in die Kirche gehen? Unbedingt. Wir wollen, dass sie von der Idee beseelt sind, dass Gott auf der Seite der Vereinigten Staaten steht, dass er auf uns schaut, dass es einen Bund gibt. Diese Haltung schwindet zwar etwas, aber dennoch wäre eine strikte Trennung von Staat und Kirche auf demokratische Weise nicht durchsetzbar. Wir wollen Religion im öffentlichen Raum, ziehen aber die Reißleine, wenn es uns zu viel wird. Wenn sich aber die Gesellschaft säkularisiert, dann heißt es: Wie konnte es so weit kommen? Werden wir wie Deutschland? Wir versuchen einen Mittelweg zu finden zwischen strikter Trennung und einer Staatsreligion.“

Spitzenpolitiker im US-Wahlkampf kennen die religiösen Haltungen ihrer Wähler, wie sie etwa vom Pew Research Center in Umfragen ermittelt werden. Dieses Institut hat sieben Abteilungen: Eine – das Pew Forum – konzentriert sich darauf, wohin das religiöse Pendel gerade ausschlägt.

Stephen Prothero:

„I think it is because they are more religious. They are much more religious than most people in Western Europe. And I think in almost every democracy people wanna have presidents whom they feel comfortable with.  I think in the United States that means somebody who is kind of at least vaguely religious. I don’t think we necessarily need to have someone who is a born-again-christian. But if you ask Americans – and there have been some polling on this – Would you vote for an atheist for president? About half of the Americans say No.

Amerikaner sind religiöser geworden. Sie sind viel religiöser als die meisten Westeuropäer. Menschen in Demokratien wollen Präsidenten haben, die zu ihnen passen. In den Vereinigten Staaten bedeutet das, der Präsident muss religiös sein. Er muss kein wiedergeborener Christ sein. Aber wenn man Amerikaner fragt – und es gibt entsprechende Meinungsumfragen: Würden Sie einen Präsident wählen, der sich als Atheist bekennt, dann sagt ungefähr die Hälfte der Amerikaner: Nein.“

Gottesdienste in den Vereinigten Staaten sind sehr gut besucht. Das ist auch in der katholischen Kirche in Durham so: Hier sind alle Hautfarben und alle Ethnien versammelt: eine turnhallengroße Kirche bis auf den letzten Platz besetzt. Jung, lebendig. Katholisch-globale Kirche im Wortsinn.

Zwei Stunden später in der methodistischen Duke Chapel. Hier findet sich die Elite der Elite ein. Auch diese Kirche ist bis an den Rand gefüllt. Establishment.

Die Kathedrale von Boston dagegen liegt im South End der Stadt, dort wo es proletarischer und schwarzer wird. Auch hier: das riesige Kirchenschiff ist mehr als gut besucht. Es dominiert eine bürgerliche Mittelschicht.

Drei Stichproben. Nicht repräsentativ. Aber: Drei Mal volle Kirchen.

Hannes Stein, jüdischer Autor und New-York-Korrespondent der deutschen Tageszeitung „Die Welt“, schreibt: Weil es Wettbewerb zwischen den Religonsgemeinschaften gebe, deshalb strengen sie sich an. Auch Matthias Rüb sieht das so. Der US-Korrespondent der FAZ schreibt:

Der Gottesglaube in Amerika blüht und gedeiht, Angebot und Nachfrage wechseln beständig, neue Kunden betreten den Marktplatz, alte verschwinden.

Autor:

Aus religionswissenschaftlicher Perspektive hält David Morgan von der Duke University die Marktorientierung aller US-Religionsgemeinschaften für essentiell:

„It’s crucial. It is one of the most fundamental features of american history, religious history: the fact that from the very beginning religion was thrown into the private sphere, is in the cultural marketplace. In America – if you are a religion, whatever religion – if you wanna survive you got to compete for customers. You have to. Nobody is gonna bail you out. And it helps us understand so much about the church with respect to advertisement, architecture, building new fancy churches that attract attention, constructing lifestyle images: We are Baptist, we do it this way, using new media: Internet but also in the 19th century print and eventually radio and film and all these things. It’s what you do to identify a clientele and aggressively pursue them. You don’t stand back and wait for them to come to you.

Es ist einer der wichtigsten Punkte in der amerikanischen Religionsgeschichte: Von Anfang an war Religion eine Privatsache. Sie ist Teil des kulturellen Marktes. In Amerika kann eine Religion – welche auch immer – nur überleben, wenn sie sich um ihre Kunden kümmert. Sie hat keine andere Chance. Keine andere gesellschaftliche Macht gewährt ihr Schutz und Rettung. Vor diesem Hintergrund lassen sich die US-Kirchen auch besser verstehen – etwa mit Blick auf ihre Werbung oder ihre Architektur. Sie wollen für Aufmerksamkeit sorgen, sie wollen Lifestyle-Bilder erzeugen: Schaut her! Das sind wir: die Baptisten! Wir nutzen neue Medien! Oder im 19. Jahrhundert: Zeitung – oder dann Radio und Fernsehen. So erschließe ich mir einen Kundenstamm – und dann kann ich meine Kunden aggressiv bearbeiten. Keine Konfession lehnt sich zurück und wartet, dass die Gläubigen von alleine kommen.“

So weit ein Eindruck, was in dieser Sendung des Deutschlandfunks passiert ist. Wer mehr Infos braucht, wende sich an mich. Im übrigen kann ich die Lektüre des Büchleins von Rüb ebenso empfehlen wie die Bücher von Prothero. Auch von David Morgan ist dieser Tage gerade etwas erscheinen: The Embodied Eye. Aber ihn habe ich noch nicht gelesen.

Und jetzt, fast ein Jahr danach, bedanke ich mich noch mal bei allen an Duke, die mir so freundlich begegneten, und bei der Rias Berlin Kommission, die mir das Stipendium ermöglicht hat.


Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Religionen abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s