Wie Google+, Twitter und Deutschlandfunk in meinem Kopf zusammenfließen

Ich lebe (auch) digital, und zunehmend durchdringt das Digitale auch die Art, wie ich Programm plane. Ein Blick zurück auf einen Tag als freier Redakteur der Sendung „Corso. Kultur nach drei“ im Deutschlandfunk: Heute war es so, dass jene Themen, die mir besonders wichtig waren, allesamt den social media entsprangen.

Mir scheint, da bin ich noch ein Exot. Zumindest in dem Sinne, dass das gelebt wird. Auch wenn ich selbstverständlich nicht von meinen Arbeitgebern rede – ich habe nicht den Eindruck, dass social web und klassischer Journalismus sich im journalistischen Alltag um mich herum  zunehmend durchdringen – jenseits all der interessegeleiteten Aufgeregtheiten, der wechselseitigen Beschimpfungen, etc.

Um mal aus dem Nähkästchen zu plaudern: Auf die Strickguerillera Maren Heltsche wäre ich nicht gestoßen, hätte ich nicht ihr Werk via Instagram und Twitter und Facebook mit anderen geteilt. Ich bin sozusagen drüber gestolpert – auf dem Weg zur LPG in Treptow, an der Brücke über der Bouchéstraße. Früher hätte ich das gesehen, gestaunt – und vergessen. Nun aber muss ich teilen – und so oft bekomme ich was, manchmal vieles zurück:

Der Rücklauf war spannend. @foxeen zum Beispiel bedrängte mich via Twitter, dem nachzugehen. Einzig und allein via social web kam ich in Kontakt mit Strickguerillera Maren. Strickgraffiti bloggt und twittert. Die Kreise schließen sich.

In meinen (Google+)-Kreisen ist auch Netzvordenkerin Kathrin Passig. Es war eine Bemerkung, die sie nur „eingeschränkt“ teilte. Ich wurde hellhörig, las erstmals von ihrem „Zufallsshirt„. Das Projekt ist zwar nicht ganz neu, aber zu viel publizistischen Wirbel hat es auch noch nicht erzeugt. Unter meinen Facebook-Freunden sind einige, denen man in Sachen Hipness, Mode und so so schnell nichts vormachen kann. Auf Facebook habe ich gegengecheckt, ob mein Eindruck stimmt, dass das Zufallsshirt alles andere als durch ist.

So, nun gab es im Deutschlandfunk heute in der Sendung Corso je ein Gespräch mit Kathrin Passig und Maren Heltsche.

Hier auch die Audios, falls die Links oben mal verschwinden resp. inaktiv werden, weil der Rundfunkstaatsvertrag eine längere Archivierung nicht zulässt:

Strick-Guerillera Maren Heltsche über ihre Strick-Graffitis und die Vernetzung.

Corsogespräch_ Autorin Kathrin Passig über ihr Internet-Projekt _Zufallsshirt_

Beide haben hoffentlich den oder die eine oder andere Hörer_in beglückt – oder werden das jetzt tun. Die beiden Kulturschaffenden sehen sich hoffentlich auch ein wenig in ihrer Arbeit gewürdigt.

Ich jedenfalls bin zufrieden und habe als einer, der ursprünglich aus den ‚alten Medien‘ kommt, nicht den Eindruck, die ’neuen Medien‘ ausgenutzt zu haben. Ich sitze da nicht wie die Schlange, die zubeißt, wenn ihr ein Leckerchen hingeworfen wird. Ich bin Teil davon – und alles fließt. Weniger Arbeit ist das nicht. Aber eine, die Spaß macht. Ich bin ein social-web-latebloomer, quasi ein Konvertit. Konvertiten können nerven.

Aber ich bin sicher: Die von mir zu verantwortenden Sendungen sind besser, frischer, lebendiger, seit ich mich im social web tummele. Ich rede nicht von meinem Arbeitgeber DLF, aber es gibt einfach zu viele Kollegen, die wenngleich oft 15 Jahre jünger, sich als etwas besseres fühlen, wenn sie in klassischer, alter Journalisten-Manier von oben herab verkünden, anstatt mal die Ohren und Augen aufzumachen, was hier draußen los ist. Ich höre auf den Rückkanal, also bin ich.

P.S.:

Und beide Themen führen ein Eigenleben im Netz: das Knitting etwa hier bei Girdafi. Oder bei Pfefferminza.

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