Duke tut mir gut.

Es ist Frühling in Durham, North Carolina, USA. Die erste Woche an der Duke University geht langsam zu Ende.

Es ist ein anderes Leben hier. Es braucht einiges an Zeit und Kraft um anzukommen. Wenngleich es uns Media Fellows leicht gemacht wird: Sommerliche Temperaturen und eine geradezu explodierende Natur begrüßen uns. Auch der Homesecurity-Officer war überaus freundlich.

Und doch: Die Zeitumstellung und all die neuen Eindrücke sind heftig. Ich trickse mich nachts selbst aus: stelle das Iphone auf Durham-Zeit um. Nun erinnert es mich um 5.30 dran, dass ich um 11 h durchs Vorlesungsverzeichnis surfen will.

Duke, eine der wichtigsten Universitäten in den Vereinigten Staaten, wurde mit Schenkungen von Mr. Duke möglich. Der war ein reicher Tabakfabrikant. Und die Hinterlassenschaften der Tabakindustrie prägen Durham bis heute.

Wir sind Fellows an Duke, Stipendiaten der Rias Berlin Kommission. Danke allen, die solche Programme ermöglichen. Das Ziel: die eigene journalistische Arbeit gemeinsam mit Kollegen aus aller Welt und mit Duke-Professoren neu zu reflektieren.

Leben auf einem US-Campus – das bedeutet heute: einen eigenen duke.edu-Email-account zu bekommen – ebenso den Zugang zum WiFi-Netz. Auf dem gesamten Campus gibt es freies WLan. —> THE LAND OF THE FREE.

Skypen und chatten mit der Heimat. Alles ist möglich. Auch in der Sonne sitzen und mit mobile devices Emails an Professoren schicken. Die antworten hier innerhalb weniger Stunden – oder um genauer zu sein: innerhalb weniger Minuten.

Die Deadline, um sich für eine Konferenz zu registrieren, ist verstrichen? – Kein Problem. Kommen Sie vorbei!

Einen Professor treffen? – Sie sind herzlich willkommen!

To join a class? – You are certainly welcome to join us.

So geht das im Minutentakt.

Es gibt auch vieles, was ich niemals verstehen werde: etwa die Institution des brown bag lunch. Es soll eine informelle Atmosphäre produzieren. Jeder bringt sein Lunch selbst mit und raschelt dann mit Tüten, schmatzt und kaut. Ich erinnere mich an einen früheren Chefredakteur, der Kollegen vor die Konferenztür setzte, wenn sie ein Pfefferminz-Bonbon im Mund hatten.

Ebenso wenig plausibel erscheinen mir beheizte Dachterassen. So erlebt in Chapelhill. Apropos. Drei Uni-Orte sind hier ganz dicht beieinander: Chapelhill, Durham, Raleigh. Deswegen auch Triangle. Und allüberall geht mir Tom Wolfes wunderbarer Roman „I Am Charlotte Simmons“ durch den Kopf. Und jeden Tag laufe ich an Coach K’s Auto vorbei. Er ist in der Novel auch aufs Feinste porträtiert.

Leider wurde gerade ein wichtiges Spiel vergeigt. Was selten vorkommt. Coach K hatte gerade seinen 900.sten Sieg mit den Blue Devils gefeiert. Basketball ist hier so was wie Religion. Nur mal so für die, die nicht ganz so sportaffin sind. Das wird hier so ernst genommen, dass sogar die Frage debattiert wird, ob eine weit verbreitete Abneigung gegen Duke rassistisch motiviert ist.

Eindrücke aus Seminaren werden folgen. Jetzt bereite ich mich vor auf eine Konferenz: Toward a Moral Consensus against Torture. Eine Veranstaltung der Duke Divinity School.

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