„Diese iranische Wüste wird gerade vom Regen der Zivilgesellschaft durchdrungen – hoffe ich zumindest!“ #The_Green_Wave #Ali_Samadi_Ahadi

Nun finde ich ja vieles, was in Kultursendungen läuft, irrelevant. Als mittelalter Radio- und Medienvogel wird man manchmal zynisch. Dies gilt es zu verhindern. Manchmal gelingt das.

Etwa an jenem Tag, als der Filmregisseur Ali Samadi Ahadi ins Studio kommt, um im DLF über seinen Film „The Green Wave“ zu sprechen – und über Iran, Sundance, Scorsese, Steinigungen.

Hört hier:

Corso-Gespräch:_ Regisseur Ali Samadi Ahadi über seinen Film _“The Green Wave“

Ohne den Film gesehen zu haben: Ali Samadi Ahadi wirkt wie einer, der weiß, was er tut. Der mit seiner ganzen Person für seine Freiheits-Mission einsteht. Der uns fremden Radiomenschen gegenüber Emotion zeigen kann. Der in diesem Interview eine unaufdringliche Eindringlichkeit an den Tag legt, die selten ist. Der schlau und eloquent und sanft politisch ist, ohne diese Grass-Attitüde. Und ohne diesen Feuilleton-ich-habe-immer-Recht-und-stehe-auf-der-richtigen-Seite-Gestus.

Mir geht es hier nicht darum, den Deutschlandfunk, die Sendung „Corso“ oder mich als freien Redakteur oder die Moderatorin Marietta Schwarz (großartig) zu belobigen. Mir geht es a) um meine Position und eine Debatte, wohin sich Kulturjournalismus verändern könnte, b) um die Freiheit für weltoffene Iraner und c) um The Green Wave und Ali Samadi Ahadi.

(Worum es in dem DLF-Gespräch geht? Hier kurz Mariettas Anmoderation: Vor vier Jahren wurde sein Dokumentarfilm „Lost Children“ über Kindersoldaten in Uganda mit dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnet, in seinem neuen Film „The Green Wave“ widmet sich der Filmemacher Ali Samadi Ahadi den aktuellen politischen Geschehnissen in seiner iranischen Heimat. The Green Wave kommt am 24.Februar 2011 in die Kinos. Es geht, wie der Titel schon verrät, um die Oppositionsbewegung rund um die Wahlen im Sommer 2009, um die friedlichen Proteste, die das Regime der Mullahs blutig niederschlagen ließ. Im Dezember wurde der Film schon mit dem Deutschen Menschenrechtspreis geehrt, und beim Sundance-Filmfestival in Utah Ende Januar wird „The Green Wave“ als einziger deutscher Beitrag laufen.)

Mein Tipp:
Hört Euch das Gespräch an!

Und überlegt dann:
Will ich Facebook- Fan von The Green Wave werden?
Will ich in meinem Radio, meinem Blog, meiner Zeitung, meinem Freundeskreis das ganze weiter zwitschern, teilen, kommunizieren?

Und nicht ganz ernst gemeint, aber doch was dran: Die wirklich guten Typen kommen aus oder leben in Köln – wie etwa Ali Samadi Ahadi.

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