„Der antisemitisch-antiimperialistische Komplex“

Auch der Antisemitismus ist nicht mehr das, was er mal war. Heute verkleidet er sich in Verschwörungstheorien, er kommt als vermeintliche Kritik am Staat Israel daher. Jene glatzköpfigen Männer in Springerstiefeln haben keinen Alleinvertretungsanspruch mehr in Sachen: Wer ist der schlimmste Antisemit? Und so ist die Bedrohungslage in Deutschland für Juden immer diffuser geworden. Das habe ich Ende September hautnah erlebt, als ich durch die Sicherheitsschleuse musste, um drei wunderbare Frauen in der Synagoge Rykestraße in Berlin, Prenzlauer Berg, zu erleben. Habanot Nechama – die Trostschwestern. Aber das ist ein anderes Kapitel, bei dem es mir warm ums Herz wird. Angst und Bange wird mir hingegen, wenn ich mir noch mal eine Radio-Reportage anhöre, die heute morgen im Deutschlandfunk lief. Auch wenn ich nicht der verantwortliche Redakteur bin, ich hatte die Ehre, diesen Beitrag in der Sendung „Tag für Tag. Aus Religion und Gesellschaft“ anzumoderieren. Es ist ein Tagungsbericht. Und um es vorwegzunehmen: Was die SPD-nahe Friedrich-Ebert-Stiftung da hingelegt hat, ist beachtlich. Dieser Beitrag über Antisemitismus sei allen anempfohlen, die Jüdisches und Israelisches spannend finden. Eine Analyse jenes Gebräus, in dem extreme Rechte, extreme Linke und extreme Muslime einen antisemitisch-antiimperialistischen Komplex bilden.

Deutschlandfunk, Tag für Tag. Aus Religion und Gesellschaft, 17.09.2010

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